Endlich fertig – der inklusive Musik-Wanderweg entlang der Chemnitz: Kamenica Musica

Rollstuhl- und fahrradgerecht: Musik im öffentlichen Raum erleben. Wer mehr wissen will, ist zu einer Führung am 30. 8. 2026, 14.00-16.30 ab dem Eisenbahnviadukt an der Beckerstraße eingeladen.

Ein neuer musikalische Wanderweg im Chemnitzer Süden führt vom Zusammenfluss von Würschnitz und Zwönitz in Altchemnitz zum Falkeplatz in der Nähe des Weltechos. Eine Gruppe junger, musikbegeisterter Menschen mit viel Hartnäckigkeit ließ eine Idee Wirklichkeit werden.

Sechs Stationen machen Musik und Musikgeschichte im öffentlichen Raum erlebbar und einige Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres bleiben dadurch in Erinnerung. Die Wandernden bekommen einen Eindruck von Breite und Vielfalt des Chemnitzer Musiklebens.

Der Weg entstand auch mit Fördergeldern des open calls “Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Partner:innen in Tschechien, Polen, Deutschland”. An einigen Stationen erzählen daher Musiker:innen und Tänzer:innen aus Tschechien, Polen, Großbritanien und der Chemnitzer Kulturregion ihre musikalischen Geschichten.

Beginnend an der Haltestelle Altchemnitz trifft man am alten Flussbad auf die erste Station und lernt die Chemnitzer Komponisten Kirchner, Neefe und Dulichius kennen. Ein Werk von Dulichius interpretierte im August 2025 der University of Manchester Chamber Choir.

Der Chemnitz folgend gewinnt man an der Station unter der Südringbrücke einen Eindruck vom Musikleben an Chemnitzer Schulen. Musikalisch illustriert wird das mit einer Aufnahme vom Konzert im Industriemuseum Chemnitz im Mai 2025, welches von Schüler:innen aus Łódź und Chemnitz gemeinsam geplant, eingeübt und aufgeführt wurde.

Unweit des großen Stadtparkteiches an der kleinen Bühne wird die Concertina vorgestellt. Aus ihr ging das Bandoneon hervor, zog mit Auswanderern nach Argentinien und brachte uns letztendlich den Tango argentino zurück. Die Sächsische Mozartgesellschaft würdigte dies 2025 mit dem Projekt Bewegende Klänge – Concertina & Bandoneon in zahlreichen Veranstaltungen. Einen Ausschnitt kann man an der Musikbox der Station hören.

Weiter geht es stadteinwärts am Blumenrondell vorbei. Kurz vor dem mittleren Spielplatz findet sich eine weitere Station: Der Tanz. Ende August 2025 zeigten mehr als 200 Tänzer:innen aus Chemnitz, der Kulturregion und aus Tschechien die Vielfalt des Tanzens an der Hartmannhalle vor über 2000 Gästen. Der Tanz verbindet Menschen, davon erzählt diese Station mit Worten, Musik und mittels QR-Code und Smartphone auch im Video.

Die Tafel auf dem Spielplatz zwischen Beckerstraße und Rosengarten erzählt von den erfolgreichen Kindermusicals, die in der Musikschule am Thomas-Mann-Platz entstanden sind. Seit dem Jahr 2000 begeistern sie Kinder jeder neuen Generation und laden zum Mitmachen ein.

Die letzte Station steht am Eisenbahnviadukt und berichtet von junger Musik nach 1990. Eine Hörprobe von der Band JETBerry und einem Konzert im Weltecho steht stellvertretend für viele junge Bands und Künstler:innen aus Chemnitz.

Der Viadukt diente Ende September 2025 als wunderschön beleuchtete Kulisse zum Brückenfest, bei dem der Weg – noch ohne die Musikboxen – eröffnet wurde.

Mit den im August 2026 montierten Hörboxen sind die Stationen nun vollständig. Sie entstanden in einem von der TU Chemnitz geförderten studentischen Projekt. Seit ihrer Installation wurden sie bereits mehr als 1,200 mal abgespielt.

Mit dem neuen Wanderweg, den man zu Fuß, mit dem Rollstuhl oder dem Fahrrad bewältigen kann sollen diese musikalischen Geschichten über das Kulturhauptstadtjahr hinaus hörbar bleiben. Alle Texte werden auf Knopfdruck in einfacher Sprache, Deutsch oder Englisch vorgelesen. Auf jeder Tafel illustriert ein Symbolbild das Thema der Tafel. Eine Karte weist den Weg zu weiteren Stationen.

Am 30.08.2026 wird es 14.00 – 16.30 Uhr erneut eine Führung entlang des Weges geben. Vertreter:innen des Projektteams sowie des Entwicklerteams erzählen dann noch weitere Geschichten, Hintergründe und Pläne.

Treffpunkt ist die Tafel am Eisenbahnviadukt an der Beckerstraße.

Das Grünflächenamt der Stadt und die TU Chemnitz, zahlreiche Chemnitzer Initiativen, verschiedene Fördermittelgeber und sehr viele Freiwillige haben die Projekte und das Entstehen des Wanderweges unterstützt. Wir freuen uns, dass bereits in den ersten Wochen so viele Menschen das neue Angebot genutzt haben.

Fotos zur freien Nutzung (bei Fragen kontaktieren Sie uns gern):

Alle Fotos zum Download:

Pressemitteilung als odt:

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